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Was ist der Unterschied zwischen vegan und vegetarisch? Eine klare Erklärung für den deutschsprachigen Raum

Vegan und vegetarisch unterscheiden sich grundlegend: Während Vegetarier:innen auf Fleisch und Fisch verzichten, meiden Veganer:innen alle tierischen Produkte. Diese Unterscheidung hat Konsequenzen für Ernährung, Ethik und Alltag.

Aktualisiert · 24. August 2026

Kurze Antwort

Der Unterschied ist einfach: Vegetarier:innen essen kein Fleisch und keinen Fisch, aber weiterhin Eier, Milch und Honig. Veganer:innen dagegen verzichten auf alle tierischen Produkte – nicht nur bei der Ernährung, sondern auch bei Kleidung, Kosmetik und anderen Konsumgütern.

Das Wichtigste

  • Vegetarier:innen meiden Fleisch und Fisch, Veganer:innen alle tierischen Produkte wie Eier, Milch und Honig.
  • Veganismus ist mehr als eine Diät: Er umfasst auch Kosmetik, Kleidung und andere Konsumgüter ohne Tierbestandteile.
  • Die pflanzliche Ernährung hat ein geringeres Treibhauspotenzial als die vegetarische oder omnivore Ernährung, vor allem wegen des Verzichts auf Milchprodukte.
  • Eine gut geplante vegane Ernährung kann laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die Allgemeinbevölkerung gesund sein, bei Kindern und Schwangeren ist besondere Sorgfalt nötig.
  • In Deutschland lag der Anteil der Vegetarier:innen 2023 bei 5 Prozent, der Anteil der Veganer:innen bei 1,3 Prozent.
  • Beide Ernährungsweisen können Teil einer ethischen Haltung sein, unterscheiden sich aber in der Konsequenz.
  • Vegan und vegetarisch unterscheiden sich durch den Verzicht auf alle tierischen Produkte beim Veganismus, während Vegetarismus nur Fleisch und Fisch ausschließt.
  • Für die Umwelt ist die vegane Ernährung meist vorteilhafter, da Milchprodukte hohe Emissionen verursachen.
5 %
Anteil Vegetarier:innen in Deutschland
Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Jahr 2023.
1,3 %
Anteil Veganer:innen in Deutschland
Ebenfalls BMEL, 2023 – zeigt die deutlich kleinere Gruppe.
bis 73 %
Treibhausgas-Reduktion durch vegane Ernährung
Im Vergleich zu omnivorer Ernährung, Studie von Poore & Nemecek (2018).
bis 63 %
Reduktion durch vegetarische Ernährung
Gleiche Studie – Milchprodukte verursachen den Unterschied.

Im deutschsprachigen Raum wird oft von „Vegetarier:innen“ und „Veganer:innen“ gesprochen, doch die Begriffe werden häufig vermischt. Dabei ist die Abgrenzung eindeutig und hat praktische Folgen – auf dem Teller, im Supermarkt und in der ethischen Diskussion. Diese Seite erklärt den Unterschied einfach, sachlich und mit Blick auf die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

The short answer

Vegetarier:innen essen kein Fleisch und keinen Fisch, aber weiterhin tierische Produkte wie Milch, Eier und Honig. Veganer:innen verzichten auf alle tierischen Produkte – nicht nur in der Ernährung, sondern auch bei Kleidung, Kosmetik und anderen Alltagsgegenständen. Diese Definition basiert auf den Richtlinien der Vegan Society und der Deutschen Vegetarier-Union (VEBU) und wird international weitgehend einheitlich verwendet.

Es gibt verschiedene Formen des Vegetarismus: Ovo-Lakto-Vegetarier:innen (wie die meisten im deutschsprachigen Raum) essen Eier und Milchprodukte, Lakto-Vegetarier:innen nur Milchprodukte, Ovo-Vegetarier:innen nur Eier. Veganer:innen gehen einen Schritt weiter und meiden alle Produkte tierischen Ursprungs, einschließlich solcher, die von Tieren gewonnen werden, wie Wolle oder Bienenwachs.

The evidence

Die Zahl der Vegetarier:innen und Veganer:innen wird in Deutschland regelmäßig erhoben. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) lag der Anteil der Vegetarier:innen 2023 bei 5 Prozent, der Anteil der Veganer:innen bei 1,2 Prozent (BMEL, 2023). In Österreich zeigt eine repräsentative Umfrage von Vegane Gesellschaft Österreich von 2022, dass 9 Prozent der Bevölkerung vegetarisch leben und 1 Prozent vegan. In der Schweiz sind es gemäß einer Studie der Universität St. Gallen von 2021 etwa 4 Prozent Vegetarier:innen und 0,7 Prozent Veganer:innen.

Aus wissenschaftlicher Sicht hat die vegane Ernährung meist eine geringere Umweltwirkung als die vegetarische, insbesondere durch den Verzicht auf Milchprodukte. Eine Studie der Universität Oxford im Rahmen des Projekts „Livestock, Environment and People“ (LEAP) aus dem Jahr 2018 zeigt, dass die vegane Ernährung das Treibhauspotenzial um 73 Prozent gegenüber einer omnivoren Ernährung reduzieren kann, während die vegetarische Ernährung nur 63 Prozent erreicht (Poore & Nemecek, 2018). Der Hauptgrund sind die hohen Emissionen von Milchviehbetrieben, die etwa 3 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der EU ausmachen (EU-Kommission, 2023).

Bei der Gesundheit sind beide Ernährungsweisen nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Allgemeinbevölkerung geeignet, wenn sie gut geplant sind. Die DGE betont, dass eine vegane Ernährung bei bestimmten Lebensphasen wie Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit eine besondere Beratung erfordert, etwa wegen Nährstoffen wie Vitamin B12, Eisen und Jod (DGE, 2020). Vegetarier:innen können Vitamin B12 über Milch und Eier aufnehmen, müssen aber ebenfalls auf eine ausreichende Zufuhr achten.

Common counter-arguments

Ein häufiger Einwand lautet: „Vegan ist nur eine extreme Form von vegetarisch“ – tatsächlich ist der Unterschied nicht nur graduell, sondern qualitativ, weil Veganismus eine ethische Haltung umfasst, die alle Bereiche des Konsums betrifft. Ein weiterer Einwand ist, dass „Vegetarier:innen ja auch Tiere töten, also ist vegan dasselbe“ – das ist sachlich falsch, denn Veganer:innen verzichten auch auf Produkte, die indirekt Tierleid verursachen, wie Eier aus Legebatterien, und lehnen die Nutzung von Tieren grundsätzlich ab.

Manche argumentieren, dass vegetarische Ernährung „gesünder“ sei, weil sie weniger streng ist. Die Studienlage zeigt jedoch, dass eine gut geplante vegane Ernährung nicht gesundheitlich nachteilig ist, wenn Supplemente wie Vitamin B12 eingenommen werden (DGE, 2020). Ein weiterer Punkt ist, dass „vegan nicht immer umweltfreundlicher ist“ – tatsächlich gibt es regionale Unterschiede, aber im Durchschnitt schneidet die vegane Ernährung bei der Umweltwirkung am besten ab, wie die bereits zitierte Studie von Poore und Nemecek zeigt.

Schließlich wird gesagt, dass „Veganer:innen die Landwirte schädigen“ – das ist nicht belegt; vielmehr kann der Wandel der Landwirtschaft neue Chancen für ökologische Betriebe bieten, die auf pflanzliche Produkte setzen.

What this means in practice

Für den Alltag bedeutet der Unterschied: Beim Einkaufen müssen Veganer:innen auf mehr Zutaten achten, etwa auf Milchpulver in Fertigprodukten, Honig im Müsli oder Gelatine in Gummibärchen. Vegetarier:innen haben es leichter, weil sie viele Produkte unverändert essen können, aber auch sie sollten auf versteckte tierische Zutaten wie Gelatine oder Lab achten.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Angebot an veganen und vegetarischen Produkten in den letzten Jahren stark gewachsen. Auch in der Gastronomie gibt es immer mehr Kennzeichnungen („vegan“, „vegetarisch“), und viele Siegel helfen bei der Orientierung. Für die Umwelt ist die Entscheidung zwischen vegetarisch und vegan weniger wichtig als die Entscheidung für mehr pflanzliche Lebensmittel insgesamt – aber wer konsequent Tierleid vermeiden will, kommt am Veganismus nicht vorbei.

Praktisch heißt das: Vegane Ernährung ist strenger und erfordert mehr Wissen, bietet aber die Möglichkeit, individuelle Überzeugungen vollständig umzusetzen. Vegetarische Ernährung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber nicht das Ende der Fahnenstange. Jeder sollte den Weg wählen, der zu den eigenen Werten und Lebensumständen passt und dabei auf eine ausgewogene Zufuhr aller Nährstoffe achten.

Die häufigsten Fragen

Häufige Fragen

Nein, Honig ist ein tierisches Produkt, das von Bienen hergestellt wird. Veganer:innen lehnen Honig ab, weil er die Nutzung von Tieren beinhaltet. Dazu gibt es eine eigene Seite bei KindEco, die diese Frage vertieft.

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