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Landwirtschaft

CBAM vs. EU-Stahlimporte: Was Deutschland 2026 wissen muss

Der EU-Mechanismus zur CO2-Grenzanpassung (CBAM) verändert die Stahl- und Zementimporte nach Deutschland ab 2026 grundlegend.

14 Min. Lesezeit
Importierte Stahlrollen und Zementsäcke im Hamburger Hafen unter CBAM-Bedingungen.
ca. 90 €/t
CO2-Preis im CBAM/ETS (Sept. 2026)
Laut EEX (2026) liegt der Preis für Emissionszertifikate im EU-ETS (und damit CBAM) bei rund 90 Euro pro Tonne.
60 %
Anteil der deutschen Stahlimporte aus Ländern ohne CO2-Preis
Laut Statistischem Bundesamt (2025) stammen 60 % der deutschen Stahlimporte aus China, Indien, der Türkei und Russland.
ca. 225 €
Zusätzliche Kosten pro Tonne Stahl aus China
Das Öko-Institut (2025) berechnet eingebettete Emissionen von 2,5 t CO2 pro Tonne Stahl, was bei 90 €/t 225 € ergibt.
25 %
Anteil importierter Zement in Deutschland
Das Umweltbundesamt (2026) gibt an, dass ein Viertel des in Deutschland verbauten Zements importiert wird, hauptsächlich aus der Türkei.

TL;DR: Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) der EU gilt seit Januar 2026 für Stahl und Zement vollständig. Deutsche Importeure müssen Emissionszertifikate kaufen, was Kosten erhöht und Lieferketten transformiert. Betroffen sind vor allem Importe aus Nicht-EU-Ländern. Jetzt Strategien entwickeln.


CBAM vs. EU-Stahlimporte: Der Vergleich

CBAM ist ein CO2-Preis auf importierte Güter. Er gleicht die Kosten des EU-Emissionshandels (ETS) für Importeure aus, damit europäische Produzenten nicht benachteiligt werden. Seit Oktober 2023 gilt die Übergangsphase, seit Januar 2026 müssen Importeure Zertifikate kaufen. Für Deutschland, als größter EU-Stahlimporteur, hat das enorme Auswirkungen.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

KriteriumCBAM (Importe)EU-ETS (Inland)
GeltungsbereichStahl, Zement, Aluminium, Düngemittel, Strom, WasserstoffRund 10.000 Anlagen in der EU
KostenmechanismusZertifikate auf eingebettete EmissionenAuktionierung von Emissionsrechten
Beginn der Zahlungspflicht1. Januar 2026Seit 2005
Preis pro Tonne CO2Orientierung am ETS-Preis (2026: ca. 90 €/t)Ca. 90 €/t (Stand Sept. 2026)
Betroffene deutsche UnternehmenImporteure, z. B. Stahlhändler, BaukonzerneStahlwerke, Zementwerke
ZweckVerhindern von Carbon LeakageReduzierung der EU-Industrieemissionen

Quelle: EU-Kommission (2026), UBA (2026).


Was ist CBAM und wie funktioniert der Mechanismus?

CBAM ist das Klimaschutzinstrument der EU gegen CO2-Verlagerung. Es verlangt von Importeuren, die in Nicht-EU-Ländern ausgestoßenen CO2-Mengen (sogenannte eingebettete Emissionen) zu deklarieren und Zertifikate zu kaufen. Diese Zertifikate kosten so viel wie die EU-ETS-Zertifikate. Ziel: gleiche Bedingungen für EU-Hersteller und Importeure.

Key stat: Laut EU-Kommission deckt CBAM rund 50 % der Emissionen aus importiertem Stahl und Zement ab – das entspricht jährlich etwa 28 Millionen Tonnen CO2 in der EU.

Der Mechanismus wurde entwickelt, um „Carbon Leakage" zu verhindern – also die Verlagerung von Produktion und Emissionen außerhalb der EU, wo Umweltauflagen oft lockerer sind. CBAM sorgt dafür, dass Importeure den gleichen CO2-Preis zahlen wie europäische Hersteller im ETS. Das schafft Fairness im Wettbewerb und setzt globale Anreize für sauberere Produktion.

Deutsche Importeure müssen seit Oktober 2023 vierteljährlich Berichte einreichen. Seit 2026 wird der Preis pro Tonne CO2 fällig. Der Preis folgt dem ETS-Markt, der im September 2026 bei rund 90 Euro pro Tonne liegt (EEX, 2026). Die Berichte müssen detailliert die eingebetteten Emissionen jeder importierten Ware aufschlüsseln, was eine genaue Datenbasis erfordert.

Hände mit Handschuhen prüfen glühende Stahlcoils in einem Werk, mit digitaler Emissionsgrafik im Hintergrund. Hände mit Handschuhen prüfen glühende Stahlcoils in einem Werk, mit digitaler Emissionsgrafik im Hintergrund.


Welche Länder sind besonders betroffen?

Deutschland importiert Stahl vor allem aus China, Indien, der Türkei und Russland – Länder ohne vergleichbaren CO2-Preis. Für Zement kommen Lieferungen aus der Türkei und Ägypten hinzu. Diese Importe werden teurer, da die emissionsintensiven Produktionsmethoden hohe Zertifikatskosten verursachen. Laut Statistisches Bundesamt machten diese Länder 2025 rund 60 % der deutschen Stahlimporte aus.

China ist mit Abstand der größte Stahlproduzent weltweit und setzt überwiegend auf Hochöfen mit hohen Emissionen. Indien und die Türkei folgen mit ähnlich emissionsintensiven Anlagen. Russland hingegen hat zwar Zugang zu günstigem Erdgas, aber keine CO2-Bepreisung. Für deutsche Importeure bedeutet das: Diese Märkte werden durch CBAM spürbar teurer – ein Preisschock, der Lieferketten neu ordnet.

Einige Länder reagieren bereits: Die Türkei kündigte an, ein eigenes Emissionshandelssystem einzuführen, das CBAM-anrechenbar sein soll. China plant die Ausweitung seines nationalen ETS auf den Stahlsektor, was die Kosten für Exporte langfristig senken könnte. Deutschland muss sich also auf dynamische Veränderungen einstellen.


Auswirkungen auf deutsche Stahlimporteure – Kosten und Anpassung

Für deutsche Stahlimporteure steigen die Kosten spürbar. Ein Beispiel: Eine Tonne Stahl aus China verursacht eingebettete Emissionen von rund 2,5 Tonnen CO2 (Öko-Institut, 2025). Bei 90 €/t CO2 entstehen etwa 225 € Zusatzkosten pro Tonne – das kann den Preis um bis zu 30 % erhöhen. Diese Kosten müssen Importeure entweder an Kunden weitergeben oder in Lieferketten investieren.

In numbers: Laut Bundesverband Deutscher Stahlhandel (2026) betrifft CBAM rund 300 deutsche Unternehmen mit einem Importvolumen von 15 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr.

Die Kostensteigerung ist nicht nur finanziell, sondern auch strategisch: Unternehmen müssen ihre Beschaffungsstrategien überdenken, Verträge neu verhandeln und Preisstrategien anpassen. Wer bisher auf günstige Importe aus Schwellenländern setzte, steht nun vor einem massiven Kostenanstieg. Eine Tonne Stahl kostet derzeit etwa 700–800 Euro – 225 Euro Zusatzkosten sind ein erheblicher Anteil.

Um Kosten zu senken, können Importeure:

  • ✅ emissionsarme Lieferanten wählen (z. B. Grünstahl aus der EU)
  • ✅ langfristige Lieferverträge mit CO2-registrierten Partnern abschließen
  • ✅ in Zertifikate aus erneuerbaren Energien investieren
  • ✅ die Lieferkette auf alternative Länder mit CO2-Preisen umstellen

Diese Maßnahmen sind nicht sofort umsetzbar, erfordern aber langfristige Planung. Frühzeitige Anpassung reduziert nicht nur Kosten, sondern schafft auch Wettbewerbsvorteile, da Kunden zunehmend auf nachhaltige Lieferketten achten. Die deutschen Stahlimporteure stehen jetzt in der Pflicht, ihre Prozesse zu digitalisieren und Emissionsdaten transparent zu machen.


Strategien zur Kostenminimierung

Eine umfassende Klimastrategie ist jetzt Pflicht. Dazu gehört ein CO2-Reporting-System, das eingebettete Emissionen genau erfasst. Vereinzelte Unternehmen nutzen bereits KI-gestützte Tools zur Emissionsberechnung. Die Beratungskosten werden sich amortisieren, wenn Strafzahlungen vermieden werden.

Konkret bedeutet das: Unternehmen sollten ihre Lieferketten vollständig kartieren und jeden Lieferanten auf dessen Emissionsbilanz prüfen. Dazu gehören Werksbesuche, Zertifikatsprüfungen und die Implementierung digitaler Tracking-Systeme. Nur wer die Daten versteht, kann gezielt an der Kostenreduktion arbeiten.

Weitere Ansätze sind:

  1. Diversifikation der Lieferanten: Nicht nur auf einen Markt setzen, sondern mehrere Quellen mit unterschiedlichen Emissionsprofilen nutzen.
  2. Langfristige Kooperationen: Mit einem oder zwei Schlüssellieferanten Partnerschaften eingehen, um deren Dekarbonisierung aktiv zu unterstützen.
  3. Preisgleitklauseln: In Verträgen Klauseln verankern, die CO2-Preisschwankungen automatisch berücksichtigen – das schützt vor Überraschungen.
  4. Schulung der Einkaufsteams: Mitarbeiter müssen CBAM-Vorgaben verstehen und einordnen können, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Auswirkungen auf Zementimporte – ein Sektor im Umbruch

Zementimporte nach Deutschland sind besonders betroffen, weil die Produktion extrem CO2-intensiv ist. Jede Tonne Zement verursacht rund 600 kg CO2 – hauptsächlich durch Kalksteinverbrennung. CBAM macht Zementimporte aus Ländern ohne CO2-Preis deutlich teurer, wodurch europäische Zementwerke an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

Laut Umweltbundesamt (2026) stammen 25 % des in Deutschland verbauten Zements aus Importen, v. a. aus der Türkei. Durch CBAM wird die Türkei vermutlich in klimafreundliche Produktion investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig steigen die Preise für Bauprojekte – laut Prognose des ifo-Instituts (2025) um bis zu 5 %.

Betroffen sind nicht nur Zementwerke, sondern die gesamte Baukette: Baukonzerne, Betonhersteller und Infrastrukturprojekte müssen mit höheren Materialkosten rechnen. Öffentliche Auftraggeber müssen ihre Ausschreibungen anpassen, um CBAM-Kosten zu berücksichtigen. Für nachhaltige Baustoffe wie Recyclingbeton oder Holzkonstruktionen könnte das einen Schub bedeuten.

Die Zementindustrie selbst hat kaum Alternativen: Der chemische Prozess der Kalksteinverbrennung ist emissionsintensiv, und Technologien wie CCU (Carbon Capture and Utilisation) sind noch teuer. Langfristig könnte der Import von klimaneutralem Zement aus Ländern mit erneuerbaren Energien an Bedeutung gewinnen – etwa aus Norwegen mit seinen Wasserkraftwerken.


Vorteile für nachhaltige Produzenten: Chancen durch CBAM

CBAM belohnt klimafreundliche Produktion – auch bei Importen. Zertifikate werden nur für Emissionen fällig, die über dem EU-Standard liegen. Exporteure mit grüner Produktion können deutlich niedrigere Kosten ausweisen. Das schafft Anreize für moderne Technologien wie Wasserstoff-basierte Stahlherstellung.

Beispiel: Ein türkischer Zementhersteller, der auf Elektroöfen mit Strom aus Solarparks umgestellt hat, kann die CBAM-Kosten um bis zu 80 % senken (EU-Kommission, 2026).

Deutsche Unternehmen können diesen Trend nutzen, indem sie mit zertifizierten Lieferanten kooperieren und so ihre CO2-Bilanz verbessern. Das stärkt das Image als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Wer jetzt langfristige Verträge mit grünen Produzenten eingeht, sichert sich nicht nur niedrigere Kosten, sondern auch stabile Preise – denn günstige, emissionsintensive Alternativen werden durch CBAM immer unattraktiver.

Außerdem öffnet CBAM Türen für Innovationen: Deutsche Unternehmen können in Entwicklungsprojekte mit ihren Lieferanten investieren, etwa in grünen Wasserstoff oder Elektrolichtbogenöfen. Solche Kooperationen senken nicht nur die eigenen Kosten, sondern festigen auch die Lieferbeziehungen. Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten ist das ein entscheidender Vorteil.

Die Nachfrage nach grünem Stahl steigt weltweit – nicht nur wegen CBAM, sondern auch wegen Kundenanforderungen aus der Automobil- und Bauindustrie. Wer jetzt sein Portfolio an nachhaltigen Produkten erweitert, positioniert sich für die Zukunft. Der Wettbewerbsvorteil ist also doppelt: niedrigere CBAM-Kosten und bessere Marktchancen.


Wie sich deutsche Unternehmen auf CBAM vorbereiten sollten

Die Übergangsphase ist vorbei – Zahlungspflicht gilt. Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend:

  • Emissionsberichterstattung implementieren (z. B. über die CBAM-Registrierungsplattform)
  • Lieferanten auf eingebettete Emissionen prüfen lassen
  • Zertifikatskauf über einen autorisierten Händler planen
  • Zwischenhändler kontrahieren, die bereits CBAM-konform sind
  • Preisstrategie wegen erhöhter Kosten anpassen

Diese Maßnahmen reduzieren das Risiko von Strafen und Wettbewerbsnachteilen erheblich.

Die ersten Schritte sollten jetzt sofort erfolgen. CBAM-Zertifikate müssen regelmäßig gekauft werden, und die EU verlangt detaillierte Nachweise über die zugrunde liegenden Emissionen. Unternehmen, die noch keine Daten erheben, laufen Gefahr, bei Compliance-Prüfungen durchzufallen – mit empfindlichen Bußgeldern. Laut EU-Kommission liegen die Strafen bei 10 bis 50 Euro pro Tonne CO2, je nach Ausmaß des Verstoßes (2026).

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Kommunikation mit dem Zoll. Importeure müssen ihre CBAM-Registrierung mit den Zollanmeldungen verknüpfen, um den Prozess reibungslos zu gestalten. Es empfiehlt sich, einen CBAM-Beauftragten im Unternehmen zu ernennen, der die Verantwortung für alle Pflichten übernimmt. Diese Rolle erfordert Wissen über Emissionsberechnung, Handelsregeln und die EU-Taxonomie.


Internationale Reaktionen: Kritik und Anpassungen

CBAM stößt international auf Kritik – vor allem aus Schwellenländern. Indien und China fürchten höhere Exportkosten. Die EU betont, dass CBAM mit der WTO vereinbar ist. Gleichzeitig gibt es Anpassungen: So können Exporteure, die bereits einen CO2-Preis im Heimatland zahlen, diesen anrechnen lassen. Länder wie die Türkei planen eigene Emissionshandelssysteme, um die Kosten zu senken.

Moderner Zementhersteller mit Solaranlagen für emissionsarme Produktion. Moderner Zementhersteller mit Solaranlagen für emissionsarme Produktion.

Die Kritik kommt aber auch aus dem Globalen Süden: Viele Entwicklungsländer sehen CBAM als neokoloniales Instrument, das ihre Industrialisierung behindert. Südafrika und Brasilien haben in WTO-Verfahren offiziell Bedenken angemeldet. Die EU hat darauf reagiert, indem sie Anpassungsstrukturen und technische Hilfsprogramme anbietet – etwa für emissionsarme Zementproduktion in Afrika.

Für deutsche Importeure bedeutet das, dass Lieferketten dynamischer sein müssen – internationale Preise und Regulierung können sich schnell ändern. Wer nur auf einen einzigen Markt setzt, trägt ein hohes Risiko. Die Diversifizierung der Beschaffung wird damit nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch aus Risikomanagement-Perspektive wichtiger.

Gleichzeitig setzt CBAM ein Signal für den globalen Wettbewerb: Länder, die schnell eigene CO2-Preise einführen, können von CBAM-Befreiungen profitieren. Das schafft einen Anreiz für internationale Klimapolitik – ein Effekt, der über die EU hinauswirkt. Deutschland als Exportnation sollte diese Entwicklung aktiv mitgestalten.


Kosten und Trade-offs: Wer zahlt am Ende?

Die Kosten von CBAM werden letztlich an Konsumenten weitergegeben. Importeure erhöhen ihre Preise, um die Zertifikatskosten zu decken – das betrifft Bauherren, Autokäufer und letztlich uns alle. Aber: Diese Kosten sind auch eine Investition in den Klimaschutz. Sie machen die wahren Umweltkosten der Produktion sichtbar.

Eine Tonne CO2 kostet 2026 etwa 90 Euro – dieser Preis wird in den nächsten Jahren steigen, wenn die EU die ETS-Zertifikate verknappt. Das bedeutet: Je später sich Unternehmen anpassen, desto teurer wird es. Klimafreundliche Alternativen sind zwar zunächst mit Investitionen verbunden, amortisieren sich aber langfristig.

Der Trade-off ist also: Heute zahlen – für eine sauberere und stabilere Industrie von morgen. Unternehmen, die jetzt investieren, sichern sich langfristig günstigere Zertifikatskosten und erhöhen ihre Resilienz gegenüber Preisschwankungen. Für die Volkswirtschaft insgesamt überwiegen die Vorteile: weniger Abhängigkeit von fossilen Importen, mehr Innovation und Arbeitsplätze in der grünen Industrie.


Praktische Tipps für Importeure im Alltag

Was Sie als Importeur jetzt konkret tun sollten, vor allem wenn Sie ein kleines oder mittelständisches Unternehmen sind, lässt sich in fünf Schritten zusammenfassen. Diese Schritte sind bewusst pragmatisch und umsetzbar, ohne ein großes Nachhaltigkeitsteam zu benötigen.

  1. Bestandsaufnahme: Listen Sie alle von CBAM betroffenen Produkte auf, die Sie importieren. Finden Sie heraus, welches Herkunftsland die höchsten Emissionen verursacht.
  2. Daten sammeln: Fordern Sie Emissionsdaten von Ihren Lieferanten an – viele haben bereits eigene Nachhaltigkeitsberichte. Nutzen Sie diese als Grundlage für Ihre Berechnung.
  3. Schulung planen: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Einkaufsteam die Grundlagen von CBAM versteht. Es gibt Online-Kurse der EU-Kommission.
  4. Zertifikate vorbereiten: Eröffnen Sie ein Konto bei der EU-Plattform und testen Sie den Kauf von Zertifikaten mit kleinen Mengen.
  5. Expertenrat holen: Wenn Unsicherheiten bleiben, konsultieren Sie spezialisierte Berater – das Geld ist gut investiert, wenn es Strafen vermeidet.

Die Umsetzung dieser Schritte dauert je nach Unternehmensgröße einige Wochen bis mehrere Monate. Je früher Sie beginnen, desto reibungsloser läuft das erste Pflichtjahr 2026 – und desto besser sind Sie für spätere Erweiterungen des Anwendungsbereichs gerüstet.


Fazit: CBAM als Chance für eine grüne Wirtschaft?

CBAM verändert den Außenhandel grundlegend – aber es bietet auch Chancen. Deutsche Unternehmen, die frühzeitig auf emissionsarme Lieferketten umstellen, profitieren langfristig. Der Mechanismus treibt die globale Dekarbonisierung voran und stärkt nachhaltige Produktion in Europa und darüber hinaus. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, in eine klimafreundliche Zukunft zu investieren.

Deutsche Stahlimporte nach Herkunftsland 2025(Millionen Tonnen)

Bottom line: CBAM kostet, aber wer jetzt umstellt, sichert sich Wettbewerbsvorteile und trägt zum Klimaschutz bei.

Die EU plant, den Anwendungsbereich bis 2030 auf weitere Produkte wie Glas und Papier auszuweiten. Unternehmen, die jetzt lernen, mit Emissionsdaten zu arbeiten, sind für diese Erweiterungen bestens vorbereitet. CBAM ist damit nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Chance, die eigene Unternehmenskultur zu modernisieren und zukunftsfähig aufzustellen.


Regionale Perspektive: Deutschland, Österreich und die Schweiz

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Betroffenheit durch CBAM unterschiedlich stark ausgeprägt. Deutschland ist mit Abstand der größte Stahlimporteur der EU und am meisten betroffen – rund 300 Unternehmen müssen sich anpassen (BDS, 2026). Österreich, als Sitz großer Stahlwerke wie der voestalpine, hat eine starke Inlandsproduktion, importiert aber dennoch Rohstoffe und Vorprodukte. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, aber an die EU-Regeln angelehnt – dort gelten ähnliche Mechanismen durch bilaterale Abkommen.

In der Schweiz wird über ein eigenes CO2-Gesetz debattiert, das CBAM-konform sein soll. Viele Schweizer Unternehmen haben bereits Niederlassungen in Deutschland oder Österreich und sind damit direkt betroffen. Wer grenzübergreifend handelt, muss die unterschiedlichen Regeln im Blick behalten.

Konkrete Zahlen: Laut Statistik Austria importiert Österreich etwa 20 % seines Stahlbedarfs aus Drittländern – vor allem aus der Ukraine und Türkei. Die Schweiz bezieht nach Angaben des Bundesamts für Umwelt fast die Hälfte ihres Zements aus dem Ausland. Beide Länder müssen ihre Lieferketten umstellen, ähnlich wie Deutschland.


Häufig gestellte Fragen

Was ist CBAM in einfachen Worten?

CBAM ist eine Art Zoll auf CO2 bei importierten Waren. Die EU möchte so verhindern, dass Unternehmen ihre Produktion in Länder mit laxen Klimaregeln verlagern. Importeure müssen seit 2026 Zertifikate kaufen, die die eingebetteten Emissionen abdecken.

Ein einfaches Beispiel: Wenn eine Tonne Stahl aus China 2,5 Tonnen CO2 verursacht, muss der Importeur für diese 2,5 Tonnen Zertifikate kaufen. Der Preis entspricht dem EU-Emissionshandelspreis, etwa 225 Euro. Das schafft Anreize, auf klimafreundlichere Importe umzusteigen.

Betrifft CBAM nur Stahl und Zement?

Nein, CBAM gilt derzeit für Eisen und Stahl, Zement, Aluminium, Düngemittel, Strom und Wasserstoff. Die EU plant, den Anwendungsbereich bis 2030 auf weitere Produkte wie Glas und Papier auszuweiten. Alle Importeure dieser Waren müssen registriert sein und Berichte abgeben.

Wie hoch sind die zusätzlichen Kosten für Importeure?

Die Kosten hängen von den eingebetteten Emissionen und dem EU-ETS-Preis ab. Bei einem Preis von 90 Euro pro Tonne CO2 können die Zusatzkosten für eine Tonne Stahl rund 225 Euro betragen. Diese Kosten werden oft an die Endverbraucher weitergereicht.

Kleinere Mengen könnten geringere Belastungen haben – aber die prozentualen Aufschläge sind oft ähnlich hoch, weil Zertifikate pro Tonne berechnet werden. Eine genaue Kalkulation ist unerlässlich.

Kann ich als Importeur die CBAM-Zertifikate zurückbekommen?

Ja, es gibt eine Erstattungsmöglichkeit, falls die Importe wieder ausgeführt werden oder die Emissionen tatsächlich niedriger sind. Sie müssen einen Antrag auf Erstattung stellen und entsprechende Nachweise erbringen. Genauere Informationen finden Sie auf der offiziellen EU-Plattform.

Achtung: Die Erstattung ist an enge Fristen gebunden – oft nur innerhalb von zwölf Monaten nach dem Kauf. Dokumentieren Sie alles sorgfältig.

Welche Rolle spielt der EU-ETS bei CBAM?

CBAM ist eng mit dem EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) verbunden. Der Preis für CBAM-Zertifikate entspricht dem wöchentlichen Durchschnittspreis der EU-ETS-Auktionen. So wird sichergestellt, dass importierte Waren ähnlich behandelt werden wie in der EU produzierte Güter.

Die enge Verknüpfung bedeutet auch: Wenn die EU ihre Klimaziele verschärft und der ETS-Preis steigt, steigen automatisch auch die CBAM-Kosten. Unternehmen sollten Szenarien für Preissteigerungen durchrechnen.

Brauchen kleine Unternehmen auch eine CBAM-Registrierung?

Ja, auch kleine Importeure sind verpflichtet, sich zu registrieren und vierteljährliche Berichte abzugeben. Die EU hat eine vereinfachte Berichterstattung für kleine Mengen vorgesehen, aber die Pflicht besteht grundsätzlich. Es lohnt sich, die Schwellenwerte zu prüfen.

Die vereinfachte Berichterstattung erlaubt es Unternehmen, die im Vorjahr weniger als 100 Tonnen CO2 in den Importen haben, weniger detaillierte Daten zu liefern. Aber ein vollständiger Verzicht auf Registrierung ist nicht möglich.


Quellen

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CBAM vs. EU-Stahlimporte: Umsetzungsherausforderungen und Kosten

CBAM erhöht die Kosten und Herausforderungen für die deutsche Stahlimportindustrie. Deutschlands Stahlimporte müssen sich durch die CO2-Emissionen ab 2026 an EU-Zertifikate binden, was einen Preissprung bedeutet. Unternehmen in Deutschland müssen sich an die neuen Anforderungen des CBAMs anpassen.

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Mit dem elektrischen Stahlpreis und dem kostenintensiven CBAM wird der preisliche Vorteil von Importeuren aus Drittländern (

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“CBAM macht 225 Euro Zusatzkosten pro Tonne Stahl aus China – ein Preisschock für deutsche Importeure.”

Häufige Fragen

Was ist der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) der EU?
CBAM ist ein von der EU eingeführter Mechanismus, der auf importierte Güter wie Stahl und Zement einen CO2-Preis erhebt. Damit soll verhindert werden, dass europäische Hersteller durch strengere Klimaauflagen benachteiligt werden. Importeure müssen Zertifikate für die bei der Produktion entstandenen Emissionen kaufen.
Welche Güter sind von CBAM betroffen?
Betroffen sind zunächst energieintensive Sektoren: Stahl, Zement, Aluminium, Düngemittel, Strom und Wasserstoff. Diese Produkte verursachen hohe Emissionen und sind besonders anfällig für Carbon Leakage. In Zukunft soll CBAM auf weitere Produkte ausgeweitet werden.
Wie hoch sind die CO2-Preise im CBAM im Jahr 2026?
Die CBAM-Zertifikate kosten dasselbe wie die EU-ETS-Zertifikate. Im September 2026 lag der Preis bei etwa 90 Euro pro Tonne CO2. Die genauen Kosten hängen vom Marktpreis ab und können schwanken. Dieser Preis macht emissionsintensive Importe deutlich teurer.
Welche Länder sind am stärksten von CBAM betroffen?
Besonders betroffen sind Schwellen- und Entwicklungsländer ohne eigenen CO2-Preis, wie China, Indien, die Türkei und Russland. Diese Länder haben oft emissionsintensive Produktionsverfahren und zählen zu den wichtigsten Exporteuren von Stahl und Zement in die EU. Die neuen Kosten treffen ihre Exporte direkt.
Wie können deutsche Importeure ihre CBAM-Kosten senken?
Um Kosten zu senken, können Importeure auf emissionsarme Lieferanten umsteigen, langfristige Verträge mit CO2-registrierten Partnern abschließen, in Zertifikate für erneuerbare Energien investieren oder in Länder mit CO2-Bepreisung diversifizieren. Eine genaue Erfassung der Emissionsdaten ist ebenfalls entscheidend.
Welche Auswirkungen hat CBAM auf die deutsche Bauwirtschaft?
CBAM verteuert den Import von Zement und Stahl, was Bauprojekte um bis zu 5 % teurer machen kann. Die gesamte Baukette – von Betonherstellern bis zu Infrastrukturprojekten – muss höhere Materialkosten einkalkulieren. Nachhaltige Baustoffe könnten jedoch an Bedeutung gewinnen.
Was ist der Unterschied zwischen CBAM und dem EU-ETS?
Das EU-ETS ist das Emissionshandelssystem für Emissionen innerhalb der EU, seit 2005 in Kraft. CBAM ist das Pendant für Importe, das seit Januar 2026 vollständig gilt. Beide Systeme setzen einen Preis auf CO2, aber ETS betrifft EU-Anlagen, CBAM die importierten Güter.
Was bedeutet Carbon Leakage und wie verhindert das CBAM?
Carbon Leakage bezeichnet die Verlagerung von Produktion und Emissionen in Länder mit laxeren Umweltauflagen. Ein CO2-Preis kann europäische Hersteller teurer machen und sie zur Abwanderung bewegen. CBAM gleicht dies aus, indem Importeure den gleichen CO2-Preis zahlen müssen wie EU-Hersteller.

Quellen

  1. EU-Kommission – CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism)
  2. Umweltbundesamt – CO2-Grenzausgleich
  3. Statistisches Bundesamt (Destatis) – Außenhandel mit Stahl
  4. Öko-Institut – Studie zu eingebetteten Emissionen in Stahlimporten
  5. Bundesverband Deutscher Stahlhandel – CBAM-Auswirkungen
  6. ifo Institut – Prognose zu Baukostensteigerungen
  7. Europäische Umweltagentur – ETS und Carbon Leakage
  8. EEX – Marktpreise für Emissionszertifikate

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