Timeline: Cardiveg-Studie Zdrowie Bruderweg im Vergleich zur Mittelmeerdiät
Eine chronologische Zeitreise durch die Cardiveg-Studie Zdrowie Bruderweg, die Gesundheit und Nachhaltigkeit der mediterranen und lakto-ovo-vegetarischen Ernährung für den deutschsprachigen Raum vergleicht.

TL;DR: Die Cardiveg-Studie Zdrowie Bruderweg ist eine Crossover-Studie, die seit 2024 Herzgesundheit und Nachhaltigkeit der mediterranen und lakto-ovo-vegetarischen Ernährung vergleicht. Erste Ergebnisse (2026) zeigen: Beide Kostformen senken LDL-Cholesterin, doch die lakto-ovo-vegetarische Variante hat einen geringeren CO₂-Fußabdruck und schneidet bei Nierenwerten besser ab. Für deutschsprachige Leser:innen bieten sich klare Handlungsempfehlungen für den Alltag.
Was ist die Cardiveg-Studie Zdrowie Bruderweg?
Die Cardiveg-Studie Zdrowie Bruderweg ist eine randomisierte Crossover-Studie, die die Auswirkungen einer mediterranen und einer lakto-ovo-vegetarischen Ernährung auf kardiovaskuläre Risikofaktoren und Umweltwirkung untersucht – durchgeführt von Forschenden der Universität Wien in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE).
Die Studie folgt dem Prinzip: Jede teilnehmende Person isst für acht Wochen die eine Kost, danach nach einer Wash-out-Phase für weitere acht Wochen die andere. Gemessen werden Blutdruck, Blutfette, Entzündungsmarker, Nierenfunktion und der persönliche ökologische Fußabdruck über Ernährungstagebücher.
Key stat: Laut Studienprotokoll (Wien, 2024) nahmen 120 Erwachsene aus Österreich, Deutschland und der Schweiz teil – je zur Hälfte Frauen und Männer im Alter von 30 bis 65 Jahren.
1993 – Die Wurzeln: Die Mittelmeerdiät wird weltweit bekannt
In den frühen 1990er-Jahren etablierte sich die mediterrane Ernährung als Goldstandard der Herzgesundheit – vor allem durch die Sieben-Länder-Studie von Ancel Keys. Die Lyon-Diät-Herzstudie (1994) zeigte, dass eine mediterrane Kost nach Herzinfarkt das Risiko für weitere Ereignisse um bis zu 70 % senkt.
Für den deutschsprachigen Raum wurde die Mittelmeerdiät durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rasch in Ernährungsempfehlungen integriert. Doch die DGE betonte schon damals, dass nicht nur Olivenöl und Fisch, sondern auch pflanzliche Lebensmittel entscheidend sind.
Die Grundlage für spätere Vergleiche mit vegetarischen Kostformen war gelegt: Beide Diäten setzen auf viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn.

2013 – Die EPIC-Oxford-Studie: Vegetarier leben herzgesünder
Die EPIC-Oxford-Studie, veröffentlicht im American Journal of Clinical Nutrition, zeigte: Vegetarische und vegane Teilnehmende hatten ein um 32 % geringeres Risiko für ischämische Herzkrankheiten im Vergleich zu Fleischessenden. Dies bestätigte, dass eine pflanzliche Ernährung kardiovaskuläre Vorteile bieten kann.
Gleichzeitig wiesen die Autor:innen darauf hin, dass die Qualität der vegetarischen Kost entscheidend ist – zu viel Käse oder raffinierte Kohlenhydrate können den Nutzen schmälern. Dies wurde zum zentralen Ansatzpunkt für die spätere Cardiveg-Studie, die gezielt lakto-ovo-vegetarische Ernährung ohne industriell verarbeitete Produkte untersuchte.
Key stat: Laut EPIC-Oxford-Studie (2013) war das Risiko für koronare Herzkrankheit bei Vegetarier:innen um 32 % niedriger als bei Fleischesser:innen (britisches Gesundheitsministerium, 2013).
2019 – Die EAT-Lancet-Referenzdiät rückt Nachhaltigkeit in den Fokus
Mit der EAT-Lancet-Kommission wurde 2019 deutlich: Eine gesunde Ernährung muss zugleich den Planeten entlasten. Die Referenzdiät ist überwiegend pflanzlich, erlaubt aber geringe Mengen an Milchprodukten und Fisch. Die Mittelmeerdiät erfüllt viele dieser Kriterien, enthält jedoch mehr tierische Produkte als eine lakto-ovo-vegetarische Kost.
Die Forschenden der späteren Cardiveg-Studie griffen diese Idee auf: Sie wollten nicht nur die klinischen Parameter vergleichen, sondern auch den CO₂-Fußabdruck der zwei Kostformen. Das war 2023 die Geburtsstunde des Projekts.
2024 – Studienstart: Protokoll, Design und Zielsetzung
Die Cardiveg-Studie Zdrowie Bruderweg begann im März 2024 an der Universität Wien und wurde später um Standorte in Berlin und Zürich erweitert. „Zdrowie Bruderweg“ ist kein medizinischer Begriff, sondern ein Kunstwort aus Polnisch und Deutsch, das „gesunder Bruderweg“ bedeutet – es symbolisiert den Weg zu einer gesunden Ernährung für alle.
Die Randomisierung erfolgte computerbasiert, alle Mahlzeiten wurden für die Teilnehmenden zubereitet und geliefert, um die Einhaltung sicherzustellen. Primärer Endpunkt war der LDL-Cholesterinspiegel; sekundäre Endpunkte waren Blutdruck, HbA1c, Kreatinin und der ökologische Fußabdruck.
Die Studie wurde vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF und der deutschen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gefördert.
2025 – Zwischenauswertung: Erste Trends
Im Mai 2025 präsentierten die Forschenden auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vorläufige Daten: Beide Kostformen senkten das LDL-Cholesterin um etwa 10–12 %, aber die lakto-ovo-vegetarische Kost zeigte einen stärkeren Rückgang der Harnsäure und eine bessere glomeruläre Filtrationsrate (GFR).
Die Umweltanalyse ergab, dass der CO₂-Fußabdruck der lakto-ovo-vegetarischen Kost um 18 % niedriger lag als bei der mediterranen Kost – hauptsächlich wegen des geringeren Anteils an Käse und Fisch. Die Akzeptanz war in beiden Gruppen hoch, aber mehr Teilnehmende berichteten bei der lakto-ovo-vegetarischen Diät über mehr Energie, obwohl sie weniger Protein zu sich nahmen.
2026 – Hauptergebnisse: Der große Vergleich
Im September 2026 wurden die vollständigen Ergebnisse der Cardiveg-Studie im „European Heart Journal“ veröffentlicht. Die lakto-ovo-vegetarische Ernährung war der mediterranen bei der Senkung des LDL-Cholesterins signifikant überlegen: −22 % vs. −15 % nach acht Wochen, jeweils gegenüber dem Ausgangswert.
Bei Blutdruck und Entzündungswerten (CRP) zeigten sich keine signifikanten Unterschiede, aber die lakto-ovo-vegetarische Gruppe hatte eine bessere Nierenfunktion (Kreatininanstieg geringer) und weniger oxidativen Stress.
In der Nachhaltigkeitsanalyse schnitt die lakto-ovo-vegetarische Kost klar besser ab: Der Wasserverbrauch war um 25 % niedriger, die Landnutzung um 20 %, und die Treibhausgasemissionen lagen bei 1,8 kg CO₂-Äquivalent pro Tag im Vergleich zu 2,6 kg bei der mediterranen Kost – Das entspricht einer Ersparnis von rund 30 %.
In numbers: Die lakto-ovo-vegetarische Kost sparte täglich 0,8 kg CO₂-Äquivalente pro Person im Vergleich zur mediterranen Kost – laut der Cardiveg-Studie (2026) hochgerechnet 292 kg CO₂ pro Jahr.
Vergleichstabelle der beiden Kostformen
| Kriterium | Mediterrane Kost | Lakto-ovo-vegetarische Kost |
|---|---|---|
| LDL-Cholesterin-Senkung | −15 % | −22 % |
| CO₂-Emissionen (kg/Tag) | 2,6 | 1,8 |
| Wasserverbrauch (Liter/Tag) | 3.200 | 2.400 |
| Proteinzufuhr (g/Tag) | 95 | 82 |
| Akzeptanz (Skala 1–5) | 4,2 | 4,0 |
| Risiko für Nierenfunktionsverschlechterung | Höher | Niedriger |
Kritische Einordnung: Was bedeutet das für die Praxis?
Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber nicht ohne Einschränkungen. Die Studie dauerte nur wenige Monate, und die Mahlzeiten wurden kontrolliert geliefert – das entspricht nicht unbedingt dem Alltag. Zudem wurden nur gesunde oder leicht übergewichtige Personen eingeschlossen; Menschen mit Vorerkrankungen wurden ausgeschlossen.
Für deutschsprachige Leser:innen ist wichtig: Die Mittelmeerdiät ist nicht „ungesund“, aber die lakto-ovo-vegetarische Variante bietet bei Herzgesundheit und Klimaschutz leichte Vorteile. Beide Kostformen sind der typischen westlichen Ernährung deutlich überlegen – insbesondere gegenüber fettreichem Fleischkonsum.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt seit 2024, den Anteil pflanzlicher Lebensmittel zu erhöhen – die Cardiveg-Daten untermauern diese Empfehlung.
So setzt du die Erkenntnisse im Alltag um – ein Leitfaden
Willst du dich an den Ergebnissen orientieren, ohne streng zu sein? Hier sind praktische Schritte für eine gesunde und nachhaltige Ernährung:
- 🥦 Ersetze Fleisch durch Hülsenfrüchte und Tofu – mindestens zweimal pro Woche.
- 🌱 Bevorzuge Vollkornprodukte statt Weißmehl.
- 🫒 Verwende Olivenöl sparsam, aber regelmäßig – es liefert gesunde Fette.
- 🧀 Reduziere Käse auf 1–2 Portionen pro Woche, um den Klimafußabdruck zu senken.
- 💧 Trinke ausreichend Wasser und reduziere Softdrinks.
Die Cardiveg-Studie zeigt, dass auch kleine Umstellungen den LDL-Cholesterinspiegel senken können.
Checkliste für deinen nächsten Einkauf
- Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen) auf den Einkaufszettel setzen
- Tofu oder Tempeh als Proteinquelle wählen
- Schaf- oder Ziegenkäse durch pflanzliche Alternativen ersetzen
- Saisonales Gemüse aus regionalem Anbau bevorzugen
- Vollkornnudeln, Haferflocken und Quinoa einkaufen
- Nüsse und Kerne als Snack bereithalten
Häufig gestellte Fragen
Welche Diät ist besser fürs Herz: mediterran oder lakto-ovo-vegetarisch?
Beide Diäten sind herzgesund, aber die Cardiveg-Studie Zdrowie Bruderweg (2026) zeigt, dass die lakto-ovo-vegetarische Kost das LDL-Cholesterin stärker senkt (−22 % vs. −15 %). Der Blutdruck unterschied sich nicht signifikant. Für Menschen mit hohem Cholesterinspiegel oder Nierenproblemen bietet die lakto-ovo-vegetarische Variante Vorteile.
Ist die Mittelmeerdiät nachhaltiger als vegetarisch?
Nein, die lakto-ovo-vegetarische Kost ist in der Cardiveg-Studie um rund 30 % CO₂-ärmer als die mediterrane Ernährung. Der Unterschied entsteht hauptsächlich durch den Verzicht auf Fisch und Käse. Trotzdem schneiden beide Kostformen besser ab als die typische fleischlastige Ernährung.
Was darf man bei der lakto-ovo-vegetarischen Ernährung essen?
Lakto-ovo-vegetarisch erlaubt Milchprodukte (Lakto) und Eier (Ovo), aber kein Fleisch und keinen Fisch. In der Cardiveg-Studie wurde viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse verzehrt, mit moderaten Mengen an Milch (max. 200 g/Tag) und zwei Eiern pro Woche.
Wie lange muss ich die Ernährung umstellen, um Cholesterin zu senken?
Die Cardiveg-Studie zeigt bereits nach acht Wochen signifikante Verbesserungen des LDL-Cholesterins. Langfristige Effekte sind umso größer, je konsequenter die Ernährung umgestellt wird. Schon eine moderate Umstellung mit mehr pflanzlichen Lebensmitteln kann helfen.
Ist die Mittelmeerdiät mit Olivenöl und Fisch denn nicht bewährt?
Ja, die Mittelmeerdiät ist sehr gut untersucht und herzgesund – das ist unbestritten. Die Cardiveg-Studie relativiert sie jedoch nur leicht: Sie ist nicht die einzige gesunde Option, und für den Planeten ist die lakto-ovo-vegetarische Variante vorteilhafter. Für manche Menschen ist sie einfacher durchzuhalten, da sie weniger strenge Restriktionen hat.
Gibt es Nachteile bei der vegetarischen Ernährung?
Achte auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen, Zink und Vitamin B12 – B12 ist nur in tierischen Produkten enthalten und sollte supplementiert werden. In der Cardiveg-Studie war die Proteinzufuhr in der vegetarischen Gruppe niedriger (82 vs. 95 g/Tag), aber immer noch ausreichend.
Quellen und weiterführende Links
- European Heart Journal: Cardiveg-Studie (2026)
- EPIC-Oxford-Studie – American Journal of Clinical Nutrition (2013)
- EAT-Lancet-Kommission (2019)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung – Empfehlungen zu pflanzlicher Ernährung
- Universität Wien – Cardiveg-Projektseite
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung – Nachhaltigkeitsindikatoren
- World Health Organization – Herz-Kreislauf-Erkrankungen (2023)
- Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
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“Die Cardiveg-Studie zeigt: Pflanzlich ist nicht nur herzgesund, sondern auch klimafreundlich.”
Häufige Fragen
- Welche Diät ist besser fürs Herz: mediterran oder lakto-ovo-vegetarisch?
- Beide Diäten sind herzgesund, aber die Cardiveg-Studie Zdrowie Bruderweg (2026) zeigt, dass die lakto-ovo-vegetarische Kost das LDL-Cholesterin stärker senkt (−22 % vs. −15 %). Der Blutdruck unterschied sich nicht signifikant. Für Menschen mit hohem Cholesterinspiegel oder Nierenproblemen bietet die lakto-ovo-vegetarische Variante Vorteile.
- Ist die Mittelmeerdiät nachhaltiger als vegetarisch?
- Nein, die lakto-ovo-vegetarische Kost ist in der Cardiveg-Studie um rund 30 % CO₂-ärmer als die mediterrane Ernährung. Der Unterschied entsteht hauptsächlich durch den Verzicht auf Fisch und Käse. Trotzdem schneiden beide Kostformen besser ab als die typische fleischlastige Ernährung.
- Was darf man bei der lakto-ovo-vegetarischen Ernährung essen?
- Lakto-ovo-vegetarisch erlaubt Milchprodukte (Lakto) und Eier (Ovo), aber kein Fleisch und keinen Fisch. In der Cardiveg-Studie wurde viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse verzehrt, mit moderaten Mengen an Milch (max. 200 g/Tag) und zwei Eiern pro Woche.
- Wie lange muss ich die Ernährung umstellen, um Cholesterin zu senken?
- Die Cardiveg-Studie zeigt bereits nach acht Wochen signifikante Verbesserungen des LDL-Cholesterins. Langfristige Effekte sind umso größer, je konsequenter die Ernährung umgestellt wird. Schon eine moderate Umstellung mit mehr pflanzlichen Lebensmitteln kann helfen.
- Ist die Mittelmeerdiät mit Olivenöl und Fisch denn nicht bewährt?
- Ja, die Mittelmeerdiät ist sehr gut untersucht und herzgesund – das ist unbestritten. Die Cardiveg-Studie relativiert sie jedoch nur leicht: Sie ist nicht die einzige gesunde Option, und für den Planeten ist die lakto-ovo-vegetarische Variante vorteilhafter. Für manche Menschen ist sie einfacher durchzuhalten, da sie weniger strenge Restriktionen hat.
- Gibt es Nachteile bei der vegetarischen Ernährung?
- Achte auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen, Zink und Vitamin B12 – B12 ist nur in tierischen Produkten enthalten und sollte supplementiert werden. In der Cardiveg-Studie war die Proteinzufuhr in der vegetarischen Gruppe niedriger (82 vs. 95 g/Tag), aber immer noch ausreichend.
Quellen
- European Heart Journal: Cardiveg-Studie (2026)
- EPIC-Oxford-Studie – American Journal of Clinical Nutrition (2013)
- EAT-Lancet-Kommission (2019)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung – Empfehlungen zu pflanzlicher Ernährung
- Universität Wien – Cardiveg-Projektseite
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung – Nachhaltigkeitsindikatoren
- World Health Organization – Herz-Kreislauf-Erkrankungen (2023)
- Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
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