Erbsenmilch vs. Sojamilch: Der große Vergleich für Klima, Tier & Gesundheit
Erbsenmilch und Sojamilch sind zwei der klimafreundlichsten Pflanzendrinks. Wir zeigen, wo sie sich bei Umwelt, Tierwohl und Nährstoffen unterscheiden und welche Wahl für wen sinnvoll ist.
Aktualisiert · 27. August 2026
Kurze Antwort
Beide Marktführer sind umweltfreundlich und tierleidfrei. Sojamilch hat die bessere Nährstoffbilanz (Protein, Calcium, oft angereichert), während Erbsenmilch mit weniger Land- und Wasserverbrauch punktet und allergikerfreundlicher ist.
Das Wichtigste
- Erbsenmilch benötigt deutlich weniger Land und Wasser als Sojamilch.
- Sojamilch liefert von Natur aus mehr Protein – etwa 3,3 g pro 100 ml, Erbsenmilch meist 2–3 g.
- Beide Drinks sind frei von Tierleid und verursachen weit weniger Treibhausgase als Kuhmilch.
- Erbsenmilch ist eine gute Wahl bei Soja- oder Nussallergie.
- Der Geschmack von Erbsenmilch ist neutral und cremig, während Sojamilch einen leicht nussigen Eigengeschmack hat.
Pflanzliche Milchalternativen sind aus deutschen Supermärkten nicht mehr wegzudenken. Während Hafer- und Mandelmilch die Regale dominieren, treten Erbsen- und Sojamilch als die heimlichen Klima-Allrounder auf. Dieser Vergleich zeigt, wo sie sich unterscheiden – und warum die beste Wahl von deinen Prioritäten abhängt.
How they compare
Erbsenmilch und Sojamilch unterscheiden sich in Herkunft, Nährstoffprofil und Klimawirkung. Sojamilch wird aus eingeweichten, gemahlenen Sojabohnen hergestellt, Erbsenmilch aus gelben Spalterbsen, die zu Protein isoliert und mit Wasser, Öl und Emulgatoren gemischt werden.
Sojamilch hat eine lange Tradition in Ostasien und ist in Deutschland seit Jahrzehnten erhältlich. Erbsenmilch ist ein neueres Produkt, das oft von Start-ups wie dem schwedischen Unternehmen Sproud oder amerikanischen Marken wie Ripple angeboten wird. Beide enthalten kein Laktose, kein Cholesterin und sind von Natur aus frei von Kuhmilcheiweiß.
Climate and land
Laut einer Studie der Universität Oxford aus dem Jahr 2018 verursacht Erbsenmilch ähnlich geringe Treibhausgasemissionen wie Sojamilch – jeweils rund 0,8–1,0 kg CO₂-Äquivalente pro Liter. Kuhmilch liegt dagegen bei etwa 3,2 kg. Der Unterschied wird größer beim Landverbrauch: Erbsen benötigen weniger Anbaufläche als Soja, da sie auch auf kargeren Böden wachsen.
Die Wasserbilanz ist ein klarer Vorteil für Erbsen. Während Sojabohnen je nach Anbauregion bewässert werden müssen, kommen Erbsen meist mit Regenwasser aus. Eine Studie des Water Footprint Network schätzt den Wasserfußabdruck von Erbsenmilch auf etwa 300 Liter pro Liter, Sojamilch auf rund 500 Liter. Zum Vergleich: Kuhmilch benötigt etwa 1.000 Liter.
Beide Drinks schneiden beim Klima deutlich besser ab als Mandelmilch (oft mit hohem Wasserverbrauch in Trockengebieten) oder Hafermilch (ähnlich gut, aber meist mit mehr Zusatzstoffen). Für eine vegane Ernährung sind sowohl Erbsen- als auch Sojamilch eine hervorragende Wahl.
Animal welfare
Weder Erbsenmilch noch Sojamilch verursachen direktes Tierleid. Anders als Kuhmilch, die eine dauerhafte Schwangerschaft von Kühen voraussetzt und mit der Trennung von Kälbern verbunden ist, basieren beide pflanzlichen Alternativen auf rein pflanzlichen Rohstoffen.
Ein indirekter Punkt ist der Sojaanbau: Ein Großteil der weltweit angebauten Sojabohnen wird als Tierfutter verwendet, nicht für menschliche Getränke. Wer Sojamilch kauft, fördert jedoch in der Regel einen Anbau, der explizit für die Humanernährung erfolgt, oft aus Europa. Erbsen werden fast ausschließlich für die menschliche Ernährung angebaut und sind hier unproblematisch.
Nutrition
Sojamilch ist der Nährstoff-König unter den Pflanzendrinks. Eine Tasse (240 ml) enthält etwa 8 g Protein, also rund 3,3 g pro 100 ml – vergleichbar mit Kuhmilch. Erbsenmilch liefert meist 2–3 g pro 100 ml, je nach Marke und Anreicherung. Beide enthalten alle neun essenziellen Aminosäuren, wobei Soja ein vollständigeres Profil aufweist.
Calcium und Vitamin B12 sind in den meisten Produkten angereichert – achte auf die Zutatenliste, denn die Gehalte variieren. Sojamilch hat oft mehr Vitamin B2 (Riboflavin) und Kalium, Erbsenmilch punktet mit mehr Eisen pro Portion. Menschen mit Sojaallergie greifen besser zu Erbsenmilch, da diese ein seltener Allergen ist.
Ein Nachteil von Erbsenmilch: Sie wird oft mit zugesetztem Zucker oder Aromen verkauft. Ungezuckerte Varianten sind verfügbar, aber weniger verbreitet. Sojamilch ist häufiger ungesüßt und hat einen niedrigeren glykämischen Index, was für Diabetiker relevant sein kann.
Cost and availability
In deutschen Supermärkten ist Sojamilch günstiger: Ein Liter kostet meist 1,20–2,00 Euro, Eigenmarken oft unter einem Euro. Erbsenmilch ist teurer – durchschnittlich 2,50–3,50 Euro pro Liter – und in Discountern seltener zu finden, dafür in Bio- und Naturkostläden.
Die Verfügbarkeit von Erbsenmilch wächst: Rewe, Edeka und Alnatura führen inzwischen mehrere Marken, auch im Online-Handel. Sojamilch ist flächendeckend in jedem Supermarkt erhältlich, inklusive vieler laktosefreier und bio-zertifizierter Optionen. Wenn du Wert auf Regionalität legst, ist deutsche Sojamilch von Marken wie Sojafarm oder Berief erhältlich.
Which should you choose
Wenn du deinen Proteinbedarf decken möchtest und ein knappes Budget hast, ist Sojamilch die beste Wahl – sie ist nährstoffreicher, günstiger und weit verbreitet. Wenn du eine Sojaallergie hast oder deinen Wasser- und Landfußabdruck minimieren willst, wähle Erbsenmilch, auch wenn du dafür tiefer in die Tasche greifst.
Beide Alternativen sind tierleidfrei und klimafreundlich. Entscheidend ist, ungesüßte, angereicherte Produkte zu kaufen und beim Soja auf europäische Herkunft zu achten, um lange Transportwege zu vermeiden. Probiere beide – Geschmack und Verträglichkeit sind individuell.
Direktvergleich
| Erbsenmilch | Sojamilch | |
|---|---|---|
| Treibhausgasemissionen (pro Liter) | 0,8 kg CO₂e | 1,0 kg CO₂e |
| Landverbrauch (pro Liter) | ca. 0,1 m²a | ca. 0,3 m²a |
| Wasserverbrauch (pro Liter) | ca. 300 Liter | ca. 500 Liter |
| Tierwohl | Kein Tierleid | Kein Tierleid |
| Eiweißgehalt (pro 100 ml) | 2,0–3,0 g | 3,3–3,5 g |
| Calcium (pro 100 ml) | 120 mg (angereichert) | 120 mg (angereichert) |
| Allergenrisiko | Sehr gering | Mäßig (Sojaallergie) |
| Preis (pro Liter) | 2,50–3,50 € | 0,90–2,00 € |
| Verfügbarkeit | Nur in größeren Supermärkten | Überall erhältlich |
Das Fazit
Wem Nährstoffe und Budget wichtig sind, greift zu Sojamilch – sie ist proteinreicher und günstiger. Wer Wasser sparen, Allergien vermeiden und eine sehr ähnliche Klimabilanz möchte, wählt Erbsenmilch. Ehrlicher Ratschlag: Beide sind eine gute Wahl, also orientiere dich an Geschmack und Verträglichkeit.
Die häufigsten Fragen