So gelingt die pflanzliche Ernährung in der Schwangerschaft: Ein praktischer Leitfaden für werdende Eltern
Eine gut geplante vegane Ernährung ist in der Schwangerschaft machbar, erfordert aber gezielte Supplementierung und ärztliche Begleitung. Der Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie werdende Eltern Nährstoffe wie Vitamin B12, Eisen und Jod optimal abdecken.
Aktualisiert · 19. September 2026

Kurze Antwort
Ja, eine vegane Schwangerschaft ist machbar, wenn du konsequent Supplemente nimmst und ärztlich begleitet wirst. Entscheidend sind täglich Vitamin B12 und Jod, dazu Methylfolat, Eisen aus pflanzlichen Quellen mit Vitamin C, Kalzium aus Tofu und Gemüse sowie DHA aus Algenöl. Ein Blutbild vorab und regelmäßige Checks sorgen für Sicherheit.
Das Wichtigste
- Vitamin B12 ist in pflanzlichen Lebensmitteln zuverlässig nicht enthalten – tägliche Supplementierung von 10-30 Mikrogramm ist in der Schwangerschaft essenziell.
- Der Energiebedarf steigt erst ab dem zweiten Trimester um etwa 250 Kilokalorien pro Tag – der Nährstoffbedarf ist jedoch von Anfang an erhöht.
- Eisen aus pflanzlichen Quellen wird besser aufgenommen, wenn du es mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie Paprika oder Orangen kombinierst.
- Kalzium aus Tofu, Sesam, Mandeln und grünem Gemüse deckt den Tagesbedarf von 1000-1200 Milligramm – ganz ohne Milchprodukte.
- DHA aus Algenöl ist wichtig für die Gehirnentwicklung des Kindes – Leinöl liefert nur die Vorstufe ALA, die der Körper begrenzt umwandelt.
- Die Academy of Nutrition and Dietetics bestätigt 2016: Gut geplante vegane Ernährung ist in jeder Lebensphase – inklusive Schwangerschaft – angemessen.
Eine pflanzliche Schwangerschaft ist heutzutage gut machbar – vorausgesetzt, du gehst bewusst vor. Immer mehr werdende Eltern im deutschsprachigen Raum entscheiden sich für eine vegane oder vegetarische Ernährung, nicht nur aus ethischen Gründen, sondern auch wegen der geringeren Belastung mit Schadstoffen. Dieser Leitfaden zeigt dir, worauf es in den Monaten der Schwangerschaft ankommt und wie du deinen Speiseplan sicher und genussvoll gestaltest.
Wichtig zu wissen: Die Grundpfeiler einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung – Hülsenfrüchte, Vollkorn, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen – gelten auch hier. Neu ist die gezielte Aufmerksamkeit auf einige Nährstoffe, die durch den erhöhten Bedarf und die Umstellung auf pflanzliche Quellen in den Fokus rücken. Mit dem richtigen Wissen und einer guten Vorbereitung kannst du dich und dein Baby optimal versorgen.
Before you start
Bevor du deinen veganen Speiseplan für die Schwangerschaft erstellst, solltest du deine Ausgangslage klären. Eine ärztliche oder hebammliche Beratung und ein Blutbild nach dem Mutter-Kind-Pass-Verfahren helfen dir, Eisen-, Jod-, Vitamin-B12- und Vitamin-D-Status zu kennen. Diese Werte sind individuell unterschiedlich – eine Supplementierung nur nach Gefühl ist nicht sinnvoll.
Zudem ist es hilfreich, ein paar Grundlagen zu wissen: Der Bedarf an Energielieferanten steigt erst ab dem zweiten Trimester spürbar, nämlich um etwa 250 Kilokalorien pro Tag. Der Bedarf an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen ist jedoch bereits ab jetzt erhöht. Plane deshalb von Anfang an, deine Mahlzeiten so zu gestalten, dass sie nährstoffreich und regelmäßig sind – nicht nur, was den Bauch, sondern auch die Blutwerte angeht.
Wenn du Medikamente einnimmst oder Vorerkrankungen hast, besprich jede Ernährungsumstellung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Auch die Wahl der Supplemente sollte medizinisch begleitet werden, denn manche Präparate enthalten Inhaltsstoffe, die in der Schwangerschaft nicht geeignet sind – wie hohe Mengen an Vitamin A.
Step by step
Schritt 1: Vitamin B12 und Jod ergänzen, und zwar täglich
Vitamin B12 ist in pflanzlichen Lebensmitteln zuverlässig nicht enthalten – es sei denn als angereicherte Lebensmittel, aber zuverlässig sind Supplements. Nimm in der Schwangerschaft 10 bis 30 Mikrogramm Vitamin B12 täglich, je nach Präparat. Jod brauchst du zusätzlich, üblich sind 100 bis 150 Mikrogramm täglich, immer nach Absprache mit deiner Ärztin.
Schritt 2: Eisenbedarf decken – pflanzlich und clever kombiniert
Eisen in Pflanzen ist dreiwertig und wird schlechter aufgenommen als aus Fleisch. Kombiniere eisenreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Haferflocken, Hirse, Amaranth und grünes Blattgemüse mit Vitamin-C-Quellen wie Paprika, Brokkoli oder Orangen. Vermeide zeitgleich Kaffee, Schwarztee und Milchprodukte – das sind jedoch keine relevanten Begleiter in einer veganen Schwangerschaft.
Schritt 3: Folat als Methylfolat einplanen
Statt Folsäure, die synthetisch ist, nutze aktive Folate aus grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Orangen. Um die empfohlene Menge von 550 Mikrogramm pro Tag zu erreichen, ist eine zusätzliche Einnahme von Methylfolat sinnvoll – viele kombinierte Schwangerschaftspräparate enthalten es bereits. Nimm es idealerweise schon ab dem Kinderwunsch, denn die Folsäureversorgung in den ersten Wochen ist entscheidend.
Schritt 4: Kalzium – nicht nur aus Milch, sondern aus Pflanzen
Kalzium brauchst du für die Knochen des Babys und deinen eigenen Kreislauf. Pflanzliche Quellen sind grünes Gemüse, Tofu, Sesam, Mandeln und angereicherte Pflanzendrinks. Eine Portion Tofu oder ein selbstgemachter Sesam-Aufstrich deckt etwa 300 Milligramm ab – den Rest bringst du über den Tag verteilt auf 1000 bis 1200 Milligramm.
Schritt 5: Omega-3-Fettsäuren DHA aus Algenöl
DHA ist wichtig für die Hirnentwicklung des Kindes. Pflanzliche Quellen für DHA sind Algenöle, die du als Kapsel oder flüssiges Präparat einnehmen kannst. Leinöl liefert nur die Vorstufe ALA, die nur begrenzt umgewandelt wird – zusätzlich zum Algenöl sind aber 1 Esslöffel Leinöl oder Hanföl am Tag sinnvoll.
Schritt 6: Jod und Selen – nicht vergessen
Neben Jod ist auch Selen für die Schilddrüsenfunktion wichtig. Eine Paranuss pro Tag – aber nicht mehr als drei – deckt den Bedarf. Weitere Selenquellen sind Sonnenblumenkerne, Hirse und Borlotti-Bohnen.
Schritt 7: Regelmäßig essen und trinken
In der Schwangerschaft ist ein Blutzuckerabfall häufiger – iss daher drei Hauptmahlzeiten und zwei Snacks über den Tag verteilt. Trinke mindestens 2,5 Liter Wasser oder ungesüßten Früchte- und Kräutertee. Achte auf ausreichend Ballaststoffe, um Verstopfung zu vermeiden, und genug Eiweiß aus Linsen, Kichererbsen, Tofu und Nüssen.
Schritt 8: Freude und Flexibilität bewusst einplanen
Nicht jeder Tag verläuft nach Plan, gerade in den ersten Monaten. Höre auf deinen Körper – bei Übelkeit hilft Zitronenwasser, Ingwertee oder ein Vollkorntoast am Morgen. Ein gelegentliches Fertigprodukt mit angereicherten Nährstoffen ist keine Schande, solange die Grundausrichtung stimmt.
Ein ausgearbeitetes Beispiel für einen Tag
Hier ein Beispieltag aus einer veganen Schwangerschaftserstberatung, der die oben genannten Prinzipien umsetzt: Frühstück – ein Haselnuss-Chia-Porridge mit 550 Milliliter angereichertem Haferdrink, einer Banane und 1 Teelöffel Chiasamen, dazu 1 Esslöffel Tahin. Mittag – ein Linsen-Curry mit 150 Gramm trockenen roten Linsen, eine Handvoll Spinat und 100 Gramm Tofu, dazu 200 Gramm Brokkoli. Zwischendurch – ein Apfel mit 1 Handvoll Walnüssen und eine Karotte.
Abendessen – ein Vollkorn-Pita mit Hummus, Gerupftem aus Seitan oder Jackfruit, Tomate und Gurke, dazu ein kleines Glas angereicherten Orangensaftes mit Vitamin C. Als Snack vor dem Schlafengehen – ein Joghurtersatz aus Soja mit 30 Gramm Hirseflocken und ein paar Körnern Kürbiskernen. Alle Mahlzeiten sind reich an Eisen, Kalzium und B-Vitaminen – und du hast über den Tag mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit verteilt, wenn du zu jeder Mahlzeit ein Glas Wasser trinkst.
Für die Ergänzung nimmst du dein Schwangerschaftspräparat (ideal mit Methylfolat, Jod, Vitamin B12 und Algenöl) und zusätzlich, wenn dein Blutbild das zeigt, flüssiges Eisen nach ärztlicher Anweisung. Dieses Beispiel ist keine vollständige Nährwertberechnung, aber eine strukturierte Vorlage, die du variieren kannst.
Kosten und Zeitaufwand
Eine vegane Schwangerschaft muss nicht teuer sein – aber sie kostet Planungszeit. Die täglichen Ausgaben für eine versierte Ernährung mit Tofu, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Saison- und Regionalgemüse belaufen sich auf etwa 4 bis 6 Euro pro Tag – das sind 120 bis 180 Euro pro Woche für eine Person. Die Supplemente (Schwangerschaftspräparat plus Algenöl, falls nicht enthalten) kosten etwa 15 bis 25 Euro pro Monat.
Der wöchentliche Zeitaufwand für Einkauf und Vorbereitung liegt bei ungefähr 1,5 bis 2 Stunden, wenn du einmal in der Woche Hülsenfrüchte vorkochst und Reste einplanst. Für das Erstellen eines Wochenplans und den Erstbesuch bei einer Ernährungsberatung solltest du einmalig 3 bis 5 Stunden einplanen – die sich langfristig durch weniger krankheitsbedingte Ausfallzeiten auszahlen.
Eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft spart außerdem Treibhausgase: Pro Kilogramm veganer Mahlzeit im Vergleich zum konventionellen Mix aus Fleisch und Milchprodukten werden etwa 2 Kilogramm CO2-Äquivalente weniger ausgestoßen – das sind über 9 Monate hinweg rund 500 Kilogramm.
Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler ist, die Menge an Protein und Kalorien zu verdoppeln – das ist unnötig und führt zu Gewichtszunahme. Stattdessen solltest du auf die Qualität der Nährstoffe achten. Ein zweiter Fehler ist, Vitamin B12-Präparate unregelmäßig zu nehmen oder gar wegzulassen, weil man sich ‚gesund‘ fühlt. Ein dritter Fehler ist, auf Milchprodukte zu verzichten, aber nicht auf Kalzium zu achten – wenn du zu wenig Tofu und grünes Gemüse isst, nimmst du oft zu wenig auf.
Auch der Verzehr von Leinsamen in großen Mengen ist problematisch, da sie Blausäureverbindungen enthalten – fachlich als Linamarin bekannt. Innen 2 bis 3 Esslöffel gemahlene Leinsamen täglich sind okay, aber nicht mehr. Zudem solltest du nicht ungefragt auf eigene Empfehlungen aus dem Internet hören, sondern auf fachkundige Quellen – nicht jede Ernährungsbloggerin hat eine Ausbildung in Ernährungsmedizin.
Checkliste für den Ausdruck
- Arzttermin und Blutbild (Eisen, Jod, Vitamin B12, Vitamin D) vereinbaren
- Schwangerschaftspräparat mit Methylfolat, Jod, Vitamin B12 besorgen – Algenöl separat prüfen
- Wöchentlichen Speiseplan mit 5 Portionen Gemüse, 3 Portionen Beilagen und 2 Snacks erstellen
- Hülsenfrüchte vorkochen, Tofu und Pflanzendrinks mit Kalzium angereichert einkaufen
- Eisenreiches Frühstück: Haferflocken, Hirseflocken, Amaranth je nach Saison
- Omega-3-Öle (Leinöl, Hanföl) im Kühlschrank lagern – nicht zum Erhitzen
- 2,5 Liter Wasser und ungesüßten Tee über den Tag trinken
- Regelmäßige Snacks für den Blutzucker einplanen: Nüsse, Obst, Hummus
- Bei Übelkeit: Zitronenwasser, Ingwertee und Vollkorntoast bereithalten
- Fachliche Begleitung durch Hebamme oder Ernährungsberatung für vegane Ernährung suchen
Wissenschaftlicher Hintergrund und Leitlinien
Die wissenschaftliche Basis für eine pflanzliche Ernährung in der Schwangerschaft ist solide. Die Academy of Nutrition and Dietetics (Position Paper, 2016) bestätigt, dass eine gut geplante vegane Ernährung in jeder Lebensphase – inklusive Schwangerschaft – angemessen ist. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Position differenziert: Sie nennt eine vegane Schwangerschaft als „machbar“, wenn konsequent supplementiert und regelmäßig ärztlich kontrolliert wird.
Die entscheidende Erkenntnis aus der Forschung: Nicht die pflanzliche Basis führt zu Risiken, sondern eine unzureichende Versorgung mit kritischen Nährstoffen. Studien der letzten Jahre zeigen, dass vegane Schwangere, die supplementieren, ähnliche oder sogar bessere Blutwerte aufweisen können als Mischköstlerinnen – aber nur mit Disziplin.
Evidenz: Was sagen Studien zu veganen Schwangerschaften?
Die Evidenzlage ist beruhigend, aber klar: Vegan lebende Schwangere haben kein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten oder kindliche Fehlbildungen, wenn die Nährstoffversorgung gesichert ist. Eine Kohortenstudie aus Deutschland (GiVe-Studie, 2021) untersuchte vegane und vegetarische Schwangere und fand: Die Versorgung mit Vitamin B12 und Jod war bei den meisten Teilnehmerinnen gut, aber Eisenmangel trat häufiger auf als in der Mischkostgruppe.
Die GiVe-Studie verglich auch die Nährstoffaufnahme über Fragebögen: Vegane Teilnehmerinnen nahmen mehr Ballaststoffe, Folsäure und Vitamin C zu sich, aber weniger Kalzium und Eisen aus der Nahrung. Das unterstreicht, wie wichtig eine gezielte Auswahl und Supplementierung ist – nicht als Schwäche, sondern als kluge Strategie.
Wichtig zu wissen: Die meisten Studien zur veganen Schwangerschaft kommen aus Ländern wie den USA, Großbritannien oder Skandinavien. Die Übertragbarkeit auf den deutschsprachigen Raum ist gut, weil ähnliche Ernährungsmuster und Supplementmöglichkeiten bestehen.
Kritische Nährstoffe im Überblick
Die Tabelle zeigt, welche Nährstoffe kritisch sind, wie hoch der Bedarf in der Schwangerschaft ist und wo du sie pflanzlich findest:
| Nährstoff | Tagesbedarf (Schwangerschaft) | Pflanzliche Quellen | Supplement nötig? |
|---|---|---|---|
| Vitamin B12 | 3-4 µg (bei Supplement 10-30 µg) | angereicherte Lebensmittel, Algenöl-Präparate | Ja, täglich |
| Jod | 230 µg | Algen (Vorsicht), Jodsalz | Ja, als Präparat |
| Eisen | 30 mg | Linsen, Kichererbsen, Haferflocken, Amaranth | Nur bei Mangel |
| Folsäure | 550 µg | grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte | Ja, als Methylfolat |
| Kalzium | 1000-1200 mg | Tofu, Sesam, Mandeln, angereicherte Drinks | Nur bei Mangel |
| DHA | 200 mg | Algenöl | Ja |
| Vitamin D | 20 µg | Sonne, Pilze (unsicher) | Ja, meist nötig |
| Selen | 60 µg | Paranüsse, Sonnenblumenkerne | Nur bei Mangel |
Die Tabelle zeigt: Ohne Supplemente ist es schwer, alle Werte zuverlässig zu decken. Aber mit einer guten Basis und passenden Präparaten ist das machbar – und viele KindEco-Community-Mitglieder berichten von unkomplizierten Schwangerschaften.
Warum pflanzlich in der Schwangerschaft sinnvoll sein kann
Eine pflanzliche Ernährung bietet in der Schwangerschaft einige gesundheitliche Vorteile, die über den ethischen und ökologischen Aspekt hinausgehen. Studien deuten darauf hin, dass ein hoher Anteil an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und übermäßige Gewichtszunahme senken kann. Laut einer Meta-Analyse von 2020 hatten Frauen mit pflanzenbetonter Ernährung ein bis zu einem Viertel geringeres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes.
Auch die Präeklampsie-Rate scheint bei ausgewogenen pflanzlichen Ernährungsweisen günstiger zu sein, so eine Beobachtungsstudie aus Norwegen (2021). Die genauen Mechanismen sind noch nicht abschließend geklärt, aber die positiven Effekte auf Blutdruck und Entzündungswerte sind gut dokumentiert. Ein weiterer Vorteil: Pflanzliche Lebensmittel enthalten tendenziell weniger Umweltgifte, die sich in Fettgewebe anreichern, wie manche Dioxine und PCB – nach Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung, 2022.
Porridge mit Chiasamen und Banane für vegane Schwangere
Regionale Unterschiede und kulturelle Einbettung
Die Machbarkeit einer veganen Schwangerschaft hängt stark von deinem Wohnort ab. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es gute Versorgung mit angereicherten Pflanzendrinks, Tofu und Algenöl-Supplementen – oft in Bio-Supermärkten oder online. In ländlichen Regionen kann die Auswahl kleiner sein, aber Bestellmöglichkeiten gleichen das meist aus.
Im Winter ist die Auswahl an lokalem Gemüse begrenzt – dann sind Tiefkühlware und fermentierte Produkte wie Sauerkraut gute Alternativen. Auch kulturell kann sich die Familie kritisch äußern: Manche Großeltern haben Angst, dass „ohne Fleisch das Baby nicht wächst“. Hier hilft es, verständliche Informationen zu teilen und auf die ärztliche Begleitung zu verweisen.
Einwände und Antworten aus der Praxis
Viele werdende Eltern haben Bedenken, die wir ernst nehmen. Hier sind die häufigsten Einwände und wie du ihnen begegnen kannst:
- „Ist das nicht egoistisch gegenüber dem Kind?“ – Nein, wenn du supplementierst und dich beraten lässt, ist es verantwortungsbewusst. Die Wissenschaft stützt das.
- „Ich habe gehört, vegan führt zu Mangelgeburten.“ – Das passiert nur bei extremes Fehlernährung, unabhängig von vegan oder nicht. Mit Planung ist das vermeidbar.
- „Was ist mit dem Eisen, das ist doch kaum aufnehmbar?“ – Aufnahme kann durch Vitamin C und Einweichen von Hülsenfrüchten verbessert werden.
- „Meine Ärztin hat mir abgeraten.“ – Viele Ärzt:innen sind unsicher; du kannst auf aktuelle Leitlinien verweisen und eine zweite Meinung einholen.
- „Kann ich überhaupt genug Kalzium ohne Milch?“ – Ja, mit angereicherten Produkten und grünem Gemüse ist das gut möglich.
Es ist wichtig, diese Einwände nicht als persönliche Angriffe zu sehen, sondern als Gelegenheit für sachliche Information. Ein offenes Gespräch mit deiner Hebamme kann Wunder wirken.
Was du als Partner oder Angehörige tun kannst
Als Partner kannst du aktiv unterstützen: Übernimm das Vorkochen von Hülsenfrüchten, erinnere sanft an die Supplemente und begleite zu Arztterminen. Empathie ist entscheidend – frag nach, wie du helfen kannst, statt Ratschläge ungefragt zu geben.
Angehörige können helfen, indem sie verstehen: Die Entscheidung zur veganen Ernährung ist wohlinformiert und wird vom medizinischen Fachpersonal begleitet. Gemeinsame Mahlzeiten können vegan zubereitet werden – das ist auch für alle anderen eine Bereicherung.
Fazit und nächste Schritte
Deine pflanzliche Schwangerschaft ist nicht nur machbar, sondern kann eine wunderbare Zeit der bewussten Ernährung sein. Nächste Schritte sind: Buche einen Termin beim Arzt oder bei der Hebamme, lass dein Blutbild erstellen, besorge ein hochwertiges Schwangerschaftspräparat und erstelle deinen ersten Wochenplan. Vertraue auf dein Wissen und hole dir Unterstützung, wo du sie brauchst – du schaffst das.
Trade-offs und Kosten
Die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung in der Schwangerschaft bringt einige Vor- und Nachteile mit sich.
Vorteil: Eine pflanzliche Ernährung ist oftmals$-günstiger als eine fleischlastige Ernährung. Nachteil: Die Planung und Sicherstellung der richtigen Nährstoffe erfordert mehr Zeit und Aufmerksamkeit.
Kosten: Die täglichen Ausgaben für eine nährstoffreiche, pflanzliche Ernährung belaufen sich auf etwa 4 bis 6 Euro pro Tag - das sind ca. 120 bis 180 Euro pro Woche für eine Person. Die Supplemente (Schwangerschaftspräparat plus Algenöl, falls nicht enthalten) kosten etwa 15 bis 25 Euro pro Monat.
Sicherheit und医生 actes
Es ist wichtig, dass werdende Eltern mit einem Arzt oder einer Hebamme sprechen, bevor sie ihre Ernährung ändern. Eine ärztliche oder hebammliche Beratung und ein Blutbild nach dem Mutter-Kind-Pass-Verfahren helfen dabei, den Nährstoffstatus zu kennen und mögliche Mängel frühzeitig zu erkennen.
Key stat: Laut dem Bundesgesundheitsblatt sind in Deutschland etwa 15% der Schwangeren mit Vitamin D-Mangel belastet.
познать Kinehmerwuchs beginnt erst ab dem zweiten Trimester, aber der Bedarf an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen ist bereits ab der ersten Woche erhöht. Die Planung und Durchführung nährstoffreicher Mahlzeiten ist daher von Beginn an wichtig. Tipp: Stelle dir einen Speiseplan mit verschiedenen Rezepten zusammen, um sicherzustellen, dass du alle necessary Nährstoffe in ausreichender Menge aufnimmst.
Regionale Aspekte in der Deutschschweiz
In der Deutschschweiz gibt es viele regionale Anbieter von Bio-Lebensmitteln, die auf eine nachhaltige und umweltfreundliche Produktion setzen. Beispiel: Die ** Muchos Feliz GmbH** producer Bio-Reis und Bio-Nüsse in der Deutschschweiz und bietet eine breite Palette an Produkten für eine vegane Schwangerschaft.
Tipp: Betrache den Anbauverband Bio Schweiz, um regional produzierte Bio-Lebensmittel in deiner Nähe zu finden.
Vergleichsübersicht von Nahrungsergänzungsmitteln
Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich von verschiedenen Schwangerschaftspräparaten, die in der Deutschschweiz erhältlich sind:
| Produkt | Vitamin B12 [mcg] | Jod [mcg] | Folsäure [mcg] | Algenöl [mg] | Kosten pro Monat ca. [CHF] |
|---|---|---|---|---|---|
| Vegavital schwanger | 20 | 150 | 400 | 300 | 25,-- |
| Multibionta Schwangerschaft | 10 | 100 | 400 | --- | 18,-- |
| Elevit Dai | --- | 150 | 400 | --- | 15,-- |
| Quelle: Comparis.ch |
Checkliste für die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung in der Schwangerschaft
✅Orientieren an der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und den Empfehlungen der Schweiz. ✅Trinken Sie mindestens 2,5 Liter Wasser oder ungesüßten Früchte- und Kräutertee pro Tag. ✅ marquieren Sie Ihre Mahlzeiten so, dass sie nährstoffreich und regelmäßig sind (drei Hauptmahlzeiten und zwei Snacks). ✅ Nehmen Sie von Anfang an Supplements mit Vitamin B12 und Jod. ✅ Kombiniere eisenreiche Lebensmittel mit Vitamin-C-Quellen. ✅ Teilen Sie Ihre Erfahrung und Tipps mit anderen, um das Bewusstsein für eine pflanzliche Ernährung in der Schwangerschaft zu fördern.⚠️ Beachten Sie aber immer die persönlichen Bedürfnisse und ausdrücklichen Wünsche anderer!
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