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Veganismus

Veganismus ist eine Lebensweise, die alle Formen der Ausbeutung von Tieren ablehnt – von der Ernährung bis zu Kleidung und Unterhaltung. Dieser Eintrag erklärt die Definition, die zentralen Fakten und die wichtigsten Debatten.

Aktualisiert · 16. August 2026

Kurze Antwort

Veganismus ist eine Lebensweise, die darauf abzielt, alle Formen der Ausbeutung von Tieren für Ernährung, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden. Vegane Ernährung besteht ausschließlich aus pflanzlichen Produkten; Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Honig sind ausgeschlossen. Die Bewegung verbindet ethische, ökologische und gesundheitliche Motivationen.

Das Wichtigste

  • Veganismus ist eine ethische Haltung, die über die reine Ernährung hinausgeht und alle Formen der Tierausbeutung ablehnt.
  • Eine vegane Ernährung besteht zu 100 % aus pflanzlichen Lebensmitteln – Fleisch, Milch, Eier, Honig und andere tierische Produkte sind ausgeschlossen.
  • Laut einer Schätzung des veganen Wirtschaftsverbands von 2023 leben in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen vegan.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont, dass eine rein pflanzliche Ernährung bei richtiger Planung für alle Altersgruppen geeignet ist.
  • 'Vegan' als Label ist seit 2021 in der EU gesetzlich definiert und geschützt.
  • Der Begriff wurde 1944 von Donald Watson in England geprägt, die Praxis ist jedoch viel älter.
  • Veganismus kann zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen, da tierische Produkte für einen großen Teil der globalen Emissionen verantwortlich sind.
  • Nicht alle Produkte ohne tierische Zutaten sind automatisch gesund oder umweltfreundlich, Details sind wichtig.
ca. 1,5 Millionen
Veganer in Deutschland
Schätzung für 2023, Umfangserhebung des VEBU und der Bundesregierung.
ca. 11 % jährlich
Wachstum des veganen Marktes
Umsatz wächst laut veganen Wirtschaftsverbänden – genaue Zahlen sind abhängig vom Erhebungszeitraum.
bis zu 70 %
Treibhausgasreduktion
Je nach Vergleich – pflanzliche Ernährung hat ein deutlich geringeres Treibhauspotenzial als fleischreiche Kost laut IPCC-Berichten.
über 4.000 Produkte
Vegane Produkte im Handel
In deutschen Supermärkten verfügbar (Stand 2023, Statistiken des BVE – Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie).

Veganismus ist in Deutschland und weltweit auf dem Vormarsch – aus ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Gründen. Dieser Glossareintrag erklärt, was Veganismus genau bedeutet, wo er sichtbar wird, warum er manchmal kontrovers diskutiert wird und wie er sich von ähnlichen Begriffen abgrenzt.

Definition

Veganismus ist eine Lebensweise, die darauf abzielt, alle Formen der Ausbeutung von und Grausamkeit an Tieren zu vermeiden – sei es für Nahrung, Kleidung, Kosmetik, Unterhaltung oder andere Zwecke. Das geht über die reine Ernährung hinaus: Veganer meiden Leder, Wolle, Seide, tierische Inhaltsstoffe in Kosmetik und Medikamenten sowie Unterhaltungsformen mit Tieren.

Die bekannteste Definition stammt von der britischen Vegan Society, die den Begriff 1944 einführte. Sie beschreibt Veganismus als eine Philosophie und Lebensweise, die – soweit möglich und praktikabel – alle Formen der Ausbeutung von und Grausamkeit an Tieren ausschließt.

Im Alltag ist die vegane Ernährung der sichtbarste Teil. Sie besteht zu 100 % aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Zu den strikt ausgeschlossenen Produkten gehören Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Honig und alle Zusatzstoffe tierischen Ursprungs (wie Gelatine oder Karmin).

Where you'll see it

Veganismus begegnet Ihnen in Deutschland vor allem in drei Bereichen: im Supermarkt, in der Gastronomie und im öffentlichen Diskurs. Nahezu alle großen Handelsketten führen eine eigene vegane Linie, und das vegane Label der Europäischen Vegetarier-Union kennzeichnet seit 2021 geschützte Produkte.

Auch in Restaurants und Kantinen werden vegane Optionen zunehmend Standard – von der Imbissbude bis zum Sternerestaurant. Die Kennzeichnungspflicht für Allergene macht es einfacher, vegane Gerichte zu identifizieren.

Zudem wird Veganismus in Nachhaltigkeitsdebatten behandelt: NGOs wie ProVeg bieten Unterstützung für Unternehmen an, die ihr Sortiment erweitern möchten. Auch die Politik greift das Thema auf – etwa bei Bundesministerien zur Förderung einer pflanzenbasierteren Landwirtschaft.

Why it's contested

Veganismus ist umstritten, weil er tief verwurzelte Essgewohnheiten, Wirtschaftsinteressen und kulturelle Traditionen berührt. Kritik kommt aus verschiedenen Richtungen: Einige bezweifeln die gesundheitliche Angemessenheit, andere die Umweltbilanz industrieller Pflanzenproduktion, wieder andere sehen den Ansatz als elitär an.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Haltung 2024 geändert und bewertet eine vegane Ernährung nun als geeignet für alle Altersgruppen, wenn sie gut geplant ist und bestimmte Nährstoffe supplementiert werden. Das war lange Zeit anders, was zu Verunsicherung führte.

Umweltkritiker weisen darauf hin, dass nicht jedes vegane Produkt automatisch nachhaltig ist – zum Beispiel Avocado, Mandeln oder Soja aus Regenwaldregionen können problematisch sein. Der WWF betont, dass die Umstellung auf pflanzliche Proteinquellen dennoch einer der wirksamsten Hebel gegen Treibhausgasemissionen ist.

Related terms

Vegetarismus ist die Vorstufe des Veganismus: Vegetarier verzichten auf Fleisch und Fisch, konsumieren aber Eier, Milch und Honig. Pescetarier essen Fisch, aber kein Fleisch. Flexitarier reduzieren ihren Fleischkonsum gelegentlich, ohne ihn ganz aufzugeben. Plant-based Diet (deutsch: pflanzenbasiert) ist ein rein ernährungsbezogener Begriff – er sagt nichts über ethische Überzeugungen aus.

In der Wissenschaft wird häufig der Begriff 'pflanzenbasierte Ernährung' verwendet, um die gesundheitlichen und ökologischen Effekte ohne ideologische Konnotation zu untersuchen. Veganismus ist demgegenüber eine umfassende ethische Position.

Ein weiterer verwandter Begriff ist 'Vegan World', der die Vision einer Gesellschaft ohne Tiernutzung beschreibt. Im deutschsprachigen Raum sind auch 'vegane Tierkultur' und 'Abolitionismus' bekannt, die den Fokus auf die Abschaffung der Nutztierhaltung legen.

Die häufigsten Fragen

Häufige Fragen

Ja, bei richtiger Planung. Die DGE bestätigt 2024, dass eine pflanzliche Ernährung für alle Altersgruppen geeignet ist. Sie kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten senken. Wichtig ist auf Vitamin B12, Eisen, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren zu achten – gegebenenfalls Supplemente oder angereicherte Produkte verwenden.

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